Polen News        

                                 

                   

Stabilität des Zloty gefährdet?  

 

28. Oktober 2008

In einem gestern von JP Morgan veröffentlichten Bericht macht man sich über die Stabilität des Złoty Sorgen: Die Hauptwährung, bei der wir Schwäche bemerken, sei der Złoty. (...) Polen scheine geringere Sicherheiten als Ungarn zu haben, und im Falle einer Krise verfüge es über fast keine Reserven. Polens Verschuldung sei in letzter Zeit extrem stark gestiegen. Das Land müsse kommendes Jahr 96 Mrd. Dollar zurückzahlen. Die Reserven belaufen sich aber nur auf 60 Mrd. Dollar. JP Morgan zufolge könnte sich Polen 13 Mrd. Dollar vom Internationalen Währungsfonds borgen und die Hälfte der Zahlungen auf später verschieben. Selbst dann blieben nur noch 4,5 Mrd. Dollar Reserve, während die kleineren Länder Ungarn und Tschechien 14 bzw. 24 Mrd. Dollar im Sparstrumpf hätten. In Krisenzeiten hätte Polen die größten Probleme mit Finanzierungen, heißt es weiter im Bericht. Polnische Analysten sind empört und bezeichneten die im Bericht verwendeten Daten als unaktuell. Außerdem habe man nicht alle Möglichkeiten berücksichtigt. Die Analyse sei unprofessionell und wertlos, kritisiert der Chef-Ökonom der Societe Generale in Polen, Jarosław Janecki.
In letzter Zeit hatte hierzulande die rasante Talfahrt des Złoty gegenüber den Hauptwährungen für Aufregung gesorgt. Mit 3,93 Złoty für 1 Euro die polnische Währung Ende letzter Woche den tiefsten Stand seit zwei Jahren erreicht. Während in Regierungskreisen immer wieder auf die starken wirtschaftlichen Fundamente Polens verwiesen wurde, hatten Analysten vor allem psychologische Aspekte im Ergebnis der internationalen Finanzkrise und die  Zuordnung Polens zur insgesamt mit hohem Investitionsrisiko betrachtete Region Mittel-Ost-Europa verantwortlich gemacht. Diese Einstufung hätte zur unbegründeten Flucht des ausländischen Kapitals geführt. Wenn man die Entwicklung der letzten beiden Börsentage betrachtet, scheint es fast so, "als ließen sich die Investoren von derartigen Argumenten überzeugen". Nach dem heutigen Fixing der polnischen Nationalbank betrug die Kursrelation 1 € = 3,7128 Złoty. Ob das schon die Trendwende ist, bleibt abzuwarten.
 
 
TWG, Gorzów Wlkp., den
 

 

 

Quelle: www.polenammorgen.pl

 

Euroeinführung schon 2011?  

 

15. September 2008

Für „Freund und Feind“ völlig überraschend hat der polnische Premier Donald Tusk auf dem diesjährigen Wirtschaftsforum im südpolnischen Bergkurort Krynica eine Erklärung abgegeben, wonach es das Ziel ist, dass Polen schon 2011 der Eurozone beitritt. Nachdem die Regierung bisher die Festlegung eines konkreten Beitrittstermins immer tunlichst vermieden hatte, hat sich der Regierungschef mit der jetzigen Erklärung nach Auffassung verschiedener Politiker und Kommentatoren ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt.

PO-Vertreter überrascht

Das auch Vertreter des Kabinetts und der Partei des Ministerpräsidenten „Bürgerplattform“ (PO) ziemlich überrascht waren, ist aus ersten recht allgemeinen und vorsichtigen Reaktionen und Äußerungen zu erkennen. So hat der Finanzminister sich erst am Abend des gleichen Tages zur Erklärung dahin gehend geäußert, dass die Aussage von Tusk die Bestrebungen der Regierung widerspiegele und der neue Budgetentwurf einen Schritt in diese Richtung darstelle. Der PO-Fraktionsvorsitzende meinte lediglich, dass er sehr angetan sei von der Idee.

PiS will vor eigenem Standpunkt erst Analyse der Nationalbank
Von Seiten der größten Oppositionspartei „Recht und Gerechtigkeit“ heißt es, dass die Erfüllung makroökonomischer Kriterien die eine Seite seien, die politischen Realitäten eine ganz andere. Die schnelle Euroeinführung könne durch starke Preiserhöhungen vor allem die weniger begüterten Schichten treffen. Vor einem eigenen Standpunkt wolle man erst einmal die Einschätzung der Risiken und Chancen durch die Nationalbank abwarten. Der gegenwärtige Präsident der Bank, Slawomir Skryzpka von der PiS, bemerkte, dass es vor der Erklärung des Premiers keine gegenseitigen Konsultationen gegeben hätte. Aus den Reihen der PiS verlautet weiter, dass die Regierung für eine evtl. zur Euroeinführung erforderliche Verfassungsänderung auf alle Fälle die Opposition brauche.

Früherer Vize-Finanzminister: Tusk-Plan unrealistisch
Der ehemalige Vize-Finanzminister und jetzige Vertreter des Warschauer Business-Center-Clubs Professor Stanislaw Gomulka hält den vorgegeben Zeitrahmen angesichts des Antrags- und Entscheidungsprozederes sowie der mindestens zweijährigen „Warteschleife“ im Rahmen des ERM2-Mechanismusses schlechtweg für unrealistisch.
 
Bevölkerungsmehrheit lt. Meinungsumfrage für Euroeinführung 2011
Nach einer am vergangenen Sonnabend durchgeführten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS OBOP sind 52 Prozent der Befragten für die Einführung des Euros in Polen. Für die Einführung des Euros bereits im Jahr 2011 sprachen sich 55 Prozent aus.


TWG, Gorzów Wlkp.
 

 

 

Quelle: Dziennik

 

Wohnungspreise steigen weiter  

 

29. August 2008

Entgegen früheren Befürchtungen der Anbieter gehen die Preise für Wohnimmobilien weiter nach oben. Das zumindest  ist das Ergebnis einer Untersuchung der Gesellschaft Open Finance and Home Broker zu den Transaktionen in den acht größten Städten. Im Zeitraum Juli zu Juni 2008 wurde danach  eine  Verteuerung um 1,27 %  festgestellt. Wohnungen sind  im Juli 2008 im Jahresvergleich sogar um 4 % teurer gewesen. Je größer die Stadt, umso schneller wachsen die Preise. Daher bleibt Warschau am teuersten und dynamischsten in der Preisentwicklung. Die Wohnungen wurden dort  innerhalb eines Monats im Durchschnitt um 2,88 % und innerhalb eines Jahres um 8,5 % teurer. Es folgen  Kraków (Krakau) und Wroclaw (Breslau).
 
TWG, Gorzów Wlkp.
 

 
 

Quelle: Dziennik, www.polenammorgen.pl

 

Produktionsrückgang und Arbeitslosigkeit in vielen Branchen u. Unternehmen  

 

11. November 2008
 

Umsatzeinbußen, "Feierschichten" und Entlassungen gehören zum neuen Szenarium in immer mehr Unternehmen und Branchen der Wirtschaft Polens. Massiv scheint vor allem die Automobilbranche betroffen. Nur Fiat Poland schwimmt gegen den Strom - noch ?
 
Zwangspausen in der Automobilproduktion
Opel Gliwice hat im Oktober schon zweimal die Produktion gestoppt. Die Warschauer Autofabrik FSO (Chevrolet Aveo) legte letzte Woche eine Pause ein - angeblich waren Teile aus Korea zu spät gekommen.
Bis Jahresende plant Opel vier weitere Produktionspausen. General Motors habe enorme Absatzeinbrüche für Europa gemeldet, erklärte der Chef des Portals Automotivesuppliers.pl Rafal Orlowski. Der Sprecher von GM Poland, Przemyslaw Byszewski, sagte allerdings, dass man keine Entlassungen plane. Auch VW Poznan (VW Caddy) wird bis Jahresende noch zweimal pausieren. Nur Fiat Automotive Poland arbeitet mit voller Kapazität weiter, weil der neue Stadt-Flitzer Fiat 500 sehr gefragt ist.
 
Entlassungswelle geht quer durch die Wirtschaft
Man darf auf die Arbeitslosenstatistik für Oktober gespannt sein. Wenn auch noch nicht zu befürchten ist, dass sich die wirtschaftliche Abschwächung bereits durchgreifend in der Arbeitslosenquote niederschlägt, kündigen doch immer mehr Unternehmen Personalreduzierungen an.
Der US-Konzern für Weiße Ware, Whirlpool, baut 5000 Stellen ab, davon 470 in Wrocław/Breslau. 2002 hatte Whirlpool vom französischen Konzern Brandt die seit 1945 existierenden Polar-Werke für 42 Mio. Dollar gekauft. Derzeit betreibt er drei Werke in Wroclaw, ein Regionales Logistikzentrum und ein Forschungszentrum. Er beschäftigt 2600 Leute fest. Die Entlassungen sollen bis Ende 2008 ausgesprochen werden. Als Tragödie,  Schock, beyeichnet die Chefin der Gewerkschaft Solidarność bei Whirlpool, Malgorzata Calinska, die Entwicklung. Vor einem Jahr suchte der Konzern dringend neue Leute und konnte sie nicht finden. Unter Streikandrohung konnten man ihm 500 bis 700 Złoty Lohnerhöhung abringen. Der Whirlpool Mitbewerber Amica Wronki wird bis Ende Februar 2009 etwa 200 Personen entlassen. MAN baut in Niepolomice 150 von 550 Stellen ab. Die neue Fabrik war Ende 2007 eröffnet worden. Hier sollten einmal 650 Leute arbeiten. Der Kabel-Hersteller Tele-Fonika streicht 900 Stellen. Er hatte erst im letzten Jahr 500 Personen neu eingestellt. Jetzt sind die Kabel-Bestellungen in Deutschland, Großbritannien und in den USA drastisch zurückgegangen. Der amerikanische Auto-Zulieferer Remy wird den Standort Świdnica in Niederschlesien schließen und die Produktionslinien nach Mexiko, Südkorea sowie Ungarn verlagern. Erst streicht Remy 230, dann 360 Stellen.
 
TWG, Gorzów Wlkp.
 

Quelle: www.polenammorgen.pl

 

Parlament beschließt Erleichterungen für Unternehmer

 

 

12. November 2008
 

Keine VAT (Mwst.) für geschenkte Lebensmittel: Wer Lebensmittel spendet, muss dafür keine Mehrwertsteuer zahlen. Das hat am Freitag der Sejm beschlossen. Das Gesetz belohnt z. B. Großmärkte, die nicht verkaufte Ware an gemeinnützige Einrichtungen wie die Warschauer Lebensmittelbank abgeben, welche sie dann an Armenküchen und arme Familien verteilt. Keine VAT für importierte Teile: Außerdem hat der Sejm die Umsatzsteuer für Teile aufgehoben, die nach Polen zur Endmontage eingeführt werden. Davon profitieren z. B. Konzerne wie LG und Sharp, die hier LCD-Bildschirme montieren. Erst wenn die fertige Ware verkauft wird, ist die VAT abzuführen. Diese Regelung hilft auch polnischen Häfen, die mit deutschen Häfen konkurrieren. Export-Garantie-Kaution entfällt: Neue Unternehmen, die Waren in andere EU-Märkte exportieren wollen, müssen zukünftig keine Garantie-Kaution mehr hinterlegen.

 
TWG, Gorzów Wlkp.

 

Quelle: www.polenammorgen.pl

Zweisprachige Ortsschilder

 

polen-anzeigen, geschrieben von de   
Donnerstag, 10. April 2008
In Polen sollen in diesem Sommer erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Regionen mit deutscher Minderheit zweisprachige Ortsschilder aufgestellt werden.

Auszug aus polen-anzeigen.de

Polnische Minderheit in Deutschland

 
 
polen-anzeigen, geschrieben von del   
Donnerstag, 10. April 2008
Ruhige Minderheit
Mit derzeit 362.000 Menschen sind Polen die drittgrößte Ausländergruppe in Deutschland. Sie gehören zu eine der ältesten Migrationsgruppen in der Bundesrepublik und sind dennoch im Gegensatz zu beispielsweise Türken oder Italienern im öffentlichen Leben kaum bemerkbar.
 

Auszug aus polen-anzeigen.de

Arbeitslosenquote nur noch leicht rückläufig

 

26. September 2008
 

Nach den heute vom Hauptamt für Statistik  (GUS) veröffentlichten Daten ist die Arbeitslosenquote per Ende August (9,3 %) zwar gegenüber dem analogen Vorjahresmonat (11,9 %)deutlich gesunken, hat sich aber gegenüber dem direkten Vormonat Juli (9,4 %) kaum noch abgeschwächt.
Weit unter dem Landesdurchschnitt liegen die Quoten in den Wojewodschaften Großpolen (6,0 %), Schlesien (7,0 %), Kleinpolen mit Krakau (7,2 %) und in der Hauptstadtregion Mazowien mit 7,5 %. In einigen Metropolen wie Breslau (3,7 %), Krakau (3,0 %), Danzig (2,4 %), Warschau (2,1 %), Kattowitz (1,9 %) und Posen (1,6) kann man faktisch nicht mehr von Arbeitslosigkeit sprechen, vom Fachkräftemangel ganz zu schweigen. „Finster“ sieht es dagegen weiter in Regionen wie Ermland-Masuren mit einer Arbeitslosenquote von 15,7 %, Heiligkreuz (13,5 %), Kujawsko-Pommern (12,9 %) und Westpommern (12,7 %) aus.

TWG, Gorzów Wlkp.

 

Quelle: GUS

Gemeinsames Geschichtsbuch

 
polen-anzeigen, geschrieben von de   
Dienstag, 29. Januar 2008
Das polnische Erziehungsministerium habe mit den Bildungsministerien der deutschen Bundesländer die Einführung eines gemeinsamen deutsch-polnischen Geschichtsbuchs vereinbart. Das gemeinsame Lehrbuch für Geschichte, das nun Historiker aus beiden Ländern erarbeiten, hätte die Chance, diese Mauer aus Stereotypen und Lügen zu durchbrechen.

Auszug aus polen-anzeigen.de